Die Innenstadt von Bad Neustadt a. d. Saale steht vor strukturellen Veränderungen. Ziel der Stadt Bad Neustadt a. d. Saale ist es, eine ausgewogene Lösung zu entwickeln, die den unterschiedlichen Anforderungen von Bürgerinnen und Bürgern, Anwohnern, Gästen sowie Gewerbetreibenden gerecht wird.
Grundlage der aktuellen Überlegungen der Stadt Bad Neustadt a. d. Saale ist das Integrierte Mobilitätskonzept (IMK), das in den Jahren 2020 bis 2024 erarbeitet wurde. Es sieht vor, die Mobilität bis 2035 umwelt- und stadtverträglicher zu gestalten. Für die Altstadt wurden insbesondere die Einführung eines verkehrsberuhigten Bereichs, eine neue Verkehrslenkung einschließlich Parkleitsystem sowie die Aufwertung von Marktplatz und Hohnstraße als zentrale Maßnahmen definiert.
Um praktische Erfahrungen zu sammeln, wurde von der Stadt Bad Neustadt a. d. Saale von Mai bis November 2025 ein Verkehrsversuch durchgeführt. Dieser umfasste die Ausweisung der gesamten Altstadt als verkehrsberuhigten Bereich, die Öffnung der Hohnstraße als Einbahnstraße in Richtung Hohntor sowie die Umstellung der Spörleinstraße ab der Weingasse zur Einbahnstraße in Richtung Hohnstraße. Die Kurzzeitparkplätze in der Spörleinstraße und Hohnstraße wurden eindeutig markiert. Unverändert blieben die Befahrbarkeit der Apothekengasse in beide Richtungen, die bestehende Parkplatzregelung am Marktplatz sowie die Regelungen für Bewohnerparkplätze.
Zur Bewertung des Versuchs wurden durch die Stadtverwaltung zwei Befragungen durchgeführt. An der Personenbefragung beteiligten sich 1.388 Personen, darunter Bürgerinnen und Bürger, Gäste sowie Anwohner der Innenstadt. Zudem nahmen 55 Gewerbebetriebe teil, überwiegend aus dem Einzelhandel, ergänzt durch Dienstleistungsunternehmen, Gastronomiebetriebe und weitere Branchen.
Die Verkehrsmessungen zeigen veränderte Verkehrsströme während des Versuchszeitraums. Am Zollberg wurden stadteinwärts durchschnittlich 2.642 Fahrzeuge pro Tag erfasst, am Hohntor stadtauswärts 2.157 Fahrzeuge täglich. In der Hohnstraße selbst wurden durchschnittlich 772 Fahrzeuge pro Tag gezählt.
Die Rückmeldungen aus Befragungen, Workshops und Gesprächen verdeutlichen, dass eine Weiterentwicklung der Innenstadt erforderlich ist. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass insbesondere Fragen der Verkehrsführung, des Parkens sowie der Straßenraumgestaltung differenziert betrachtet werden müssen.
Die Stadtverwaltung wird nun gemeinsam mit dem Stadtrat in einen strukturierten Entscheidungsprozess eintreten. Bis März 2026 sollen die notwendigen Entscheidungsgrundlagen erarbeitet werden, um über das weitere Vorgehen zu beraten und die nächsten Schritte festzulegen.
Die detaillierten Ergebnisse der Umfragen sind hier einsehbar: Verkehrsversuch